Eigenleistung: Malerarbeiten

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Da zwischen Weihnachten und Drei-König ja jegliche Handwerker die Arbeit verweigert haben 😉 , haben wir uns ans Werk gemacht.

Die Wände waren bis auf einige wenige Bereiche trocken genug um sich an die Malerarbeiten zu machen. Was beinhaltet hier eigentlich die Malerarbeiten, wird sich der ein oder andere bestimmt fragen?

  • Streichen der Dachuntersichten (siehe anderer Beitrag)
  • Streichen des Sockels
  • Verputzen/Tapezieren der schalungsglatten Betondecken im EG
  • Verschließen der Fugen zwischen Gipskartondecke und Wand im OG
  • Entfernen der Sandpartikel von den verputzten Wänden
  • Streichen der Wände und Decken

Ja, das ist schon einiges – aber schlüsselfertig oder malerfertig definiert jeder Anbieter für sich selbst.

Den Sockel haben wir uns streichen lassen, das war preislich nicht die Welt und da wir noch nie tapeziert haben, geschweige denn eine Decke verputzt, wurde auch das durch den Trockenbauer, der die Gipskarton-Decke erstellt hat, erledigt.

Die mit weißem sehr feinem Putz verputzte Decke ist echt ihr Geld wert. In den meisten Räumen überlege ich, ob ich überhaupt noch ein zweites mal drüber streichen muss. Das gibt ein wirklich schönes Deckenbild. Außerdem war es so, dass wir durch die kontrollierte Wohnraumlüftung und Amok-borende Sanitär- bzw. Elektroinstallateure die ein oder andere sehr unschöne Unebenheit in der Decke hatten, die definitiv ausgebessert hätte werden müssen. Außerdem ist sie ja nur Schalungsglatt, also nicht unbedingt ansehnlich per Definition. Es werden hier natürlich keine Krater hinterlassen, aber wirklich schön anzusehen ist sowas nicht, wenn nur eine dünne Schicht Farbe drüber kommt.

Weil wir grad dabei waren haben wir uns auch das Verfugen der Dehnungsfugen für die Gipskartondecke durch den Trockenbauer anbieten lassen. Kostet auch nicht die Welt und er wird uns gleich die Decke im Treppenhaus streichen, wenn er eh schon oben in den Ecken zu tun hat – klar, gegen einen geringen Aufpreis 😉

Das Absanden ist wie es scheint eher eine Glaubensfrage. Der eine sagt „Unbedingt wegmachen, da habt ihr sonst nur Ärger mit“, der andere sagt „Das ist eigentlich nur eine Designfrage. Wenn man die Struktur an der Wand haben möchte, kann man das dran lassen.“ und wieder einige sagen „Wenn da Sand raustrocknet, dann ist das ein sehr minderwertiger Putz“. Gut, die letzte Aussage lass ich einfach mal so stehen, ich kann sie aber nicht bestätigen.

Wir wollten die Struktur an der Wand nicht haben und gehen davon aus, dass Aussage Nummer 1 durchaus recht hat, weil diese Sandkörnchen irgendwann von der Wand abgehen, wenn die durchgetrocknet ist. Streift man mal mit dem Ärmel irgendwo lang, rieselt es bestimmt ordentlich und außerdem mag ich weiche Wände, an denen man sich nicht verletzt wenn man mit dem Handrücken dran vorbei streift. Alles schon passiert 😀

Die nächste Frage, bei der sich die gelehrten Bauexperten im Internet und im Freundeskreis sehr uneins sind ist die Frage, wie man diese Sandpartikel denn nun von der verputzten Wand runter bekommt. Von Holzlatten, Glättkellen, Straßenbesen und Handschuhen bis hin zur Druckluftpistole war eigentlich alles dabei. Ich hab so ein bisschen rumprobiert und bin bei einem Dekorspachtel oder besser gesagt einer Flächenrakel gelandet. Das Ding sah mir irgendwie ergonomisch sinnvoll gestaltet aus und ich war wirklich zufrieden, wie gut mir damit die Arbeit von der Hand ging.

Innerhalb von ca. 10 Stunden auf 2 Tage verteilt hatte ich das komplette Haus, also alle Wände von den Sandpartikeln befreit und war mit unseren babypo-sanften Wänden hoch zufrieden.

Wie macht man das? Also ich habe das Flächenrakel (30cm) mit der rechten Hand gegriffen, damit die Klinge nach links zeigte. Dabei lag mein Handballen fast unten auf dem breiteren Bereich, genau wie der Daumen um Druck an der Wand aufzubauen. Man sollte versuchen den Winkel in dem die Klinge an der Wand aufliegt ziemlich klein zu halten, entsprechend natürlich auch die Finger zwischen dem Flächenrakel und der Wand mit Handschuhen schützen, bzw. generell möglichst wenig Finger auf der Wandseite platzieren. Es empfiehlt sich eventuell auch ein Gehörschutz, da das Metall auf Putz sehr laut werden kann und wer Staub nicht gut ab kann sollte auf eine Schutzbrille und Mundschutz nicht verzichten. Ich war wieder mal erstaunt, was da von der Wand kam – ich habe pro Stockwerk bestimmt einen 10-Liter-Eimer Sandpartikel von der Wand gekratzt. Hier mal ein Bild von so einem zweckentfremdeten Flächenrakel.

Absanden

Das Streichen ging auch relativ flott, vor allem dank unserer fleißigen Helfer. Hier hatten wir an einem Tag bereits das Obergeschoss und das Wohn-/Esszimmer mit dem ersten Anstrich versehen. Den Rest vom Erdgeschoss habe ich dann eine Woche später in Angriff genommen, bzw. gestern noch den Rest erledigt. Hier sei auch gesagt, dass man für die Wände, die ja noch nie weiße Farbe gesehen haben ruhig eine wirklich hochwertige Innenraumfarbe mit hoher Deckkraft nehmen sollte, da man sonst keine Freude beim Streichen hat. Wir hatten hier die Eigenmarke von Globus Baumarkt verwendet, allerdings davon die Hochwertigste mit dem  Zusatz „Extra“. Was soll ich sagen, die Decken sind fast alle nach dem ersten Anstrich schon schön anzusehen und die Wände sind nur an einigen Stellen fleckig. Ich hatte auch die nächst-schlechtere Farbe vom Globus Baumarkt für den zweiten Anstrich gekauft und letztens mal eine Wand damit Erst-bestrichen … Kein Vergleich zu der anderen Farbe und diese nie wieder bei einem Erstanstrich.

Heute ist meine Frau mit Streichen an der Reihe. Sie ist für die Farbgebung verantwortlich, ihr dürft also gespannt sein 😉

 

 

Ein Gedanke zu “Eigenleistung: Malerarbeiten

  1. Pingback: Absanden und Außenanlagen | Schmellers Baublog

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